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Wenn Sparen teuer wird
Die Qualität in der Reinigung steht unter wachsendem Preisdruck. Tiefe Margen und die hohen Erwartungen begrenzen das reale Einsparpotenzial. Nachhaltige Lösungen entstehen nicht durch Rabatte, sondern durch strukturierte Konzepte wie die Intervallreinigung.
Qualität braucht Struktur statt Preisdruck
Montagmorgen, 8.15 Uhr. Im Sitzungszimmer eines grösseren Unternehmens liegt die Offerte für die Reinigung auf dem Tisch. Eine Entscheidung steht an. Die Zahlen sind bekannt, das Budget ist angespannt. «Zehn Prozent müssen möglich sein», sagt jemand in die Runde. Ein kurzer Blickwechsel, ein Nicken. Schliesslich geht es sozusagen nur um Disziplinen wie Hauswartung, Büroreinigung, Fassadenreinigung und Reinraumreinigung.
Gleichzeitig wird im selben Gebäude über Nachhaltigkeit, Werterhalt und Mitarbeiterzufriedenheit diskutiert. Die Büros sollen repräsentativ wirken, die Sanitäranlagen hygienisch einwandfrei sein, die Liegenschaft langfristig an Wert gewinnen. Eine hohe Qualität wird erwartet – zu möglichst tiefem Preis. Genau hier beginnt das Spannungsfeld, das die Reinigungsbranche zunehmend prägt: höchste Ansprüche treffen auf maximalen Druck hinsichtlich der Kosten.
1. Sparmentalität im Kontext der wirtschaftlichen Volatilität
Auch wenn die jüngsten Zahlen für Energiepreise und Inflation wieder rückläufig sind, haben die Erfahrungen der letzten Jahre die Unternehmen nachhaltig geprägt. Viele Entscheidungsträger sind heute sensibilisiert für Risiken hinsichtlich der Kosten, volatile Märkte und mögliche Preisschwankungen. Die Büroreinigung und Hauswartung geraten dabei leicht ins Visier, weil sie als wiederkehrende, personalintensive Kosten wahrgenommen werden.
Jérôme Gaberell, Verwaltungsratspräsident der BFS Gebäude Service AG, sagt: «Eine differenzierte Analyse demonstriert, dass bei der Reinigung wenig Spielraum für dramatische Einsparungen besteht. Das Lohnniveau im Sektor ist bereits vergleichsweise niedrig, und Personalkosten machen bei uns den grössten Anteil der Kosten aus. Gleichzeitig hängt die erlebte Qualität direkt vom Zeitaufwand, der fachlichen Kompetenz und der Einsatzplanung ab.» Kurzfristige Reduktionen an diesen Stellschrauben führen nicht zu nachhaltigem Nutzen, sondern bergen das Risiko, die tatsächliche Qualität zu unterlaufen.
Jérôme Gaberell erläutert: «Wer an dieser Stelle pauschal spart, riskiert Einbussen – und damit langfristig höhere Folgekosten. Unzureichende Reinigungen führen zu schnellerem Verschleiss von Oberflächen, Böden und Sanitäranlagen.»
Jérôme Gaberell ist als Verwaltungsratspräsident von BFS Gebäude Service von seinem Vorgehen im Umgang mit Kostendruck und Personal überzeugt
Darüber hinaus zeigen Branchenstudien wie die aktuelle Lünendonk-Studie «Facility Service in der Schweiz», dass präventive Pflege oft günstiger ist als spätere Sanierungs- oder Austauschkosten. Konsequente Intervallreinigung verhindert, dass sich Schäden dauerhaft manifestieren; und sorgt so für langfristigen Werterhalt.
2. Kostenoptimierung durch Intervallreinigung
Ein nachhaltiger Ansatz zur Kostenkontrolle ist nicht die radikale Preissenkung, sondern eine intelligente Strukturierung der Leistungen.
Was bedeutet Intervallreinigung konkret? Hinter dem Begriff verbergen sich:
• Tägliche Reinigung dort, wo es notwendig ist (z. B. Sanitärbereiche)
• Periodische Reinigung in weniger frequentierten Zonen
• Anpassung der Intervalle an Nutzung und Saison
Dadurch entstehen:
• Planbare Budgets sowie optimierte Einsatzzeiten
• Effizienter Materialverbrauch
• Nachhaltiger Werterhalt
Diese Form der Kostenoptimierung in der Reinigungsbranche schafft Transparenz und vermeidet unnötige Leistungen, ohne die Qualität zu gefährden.
3. Margenrealität: Wie viel Rabatt ist betriebswirtschaftlich möglich?
Im Preisdiskurs wird häufig unterschätzt, wie eng die wirtschaftlichen Spielräume in der Reinigungsbranche tatsächlich sind. Als personalintensive Dienstleistung weist die Gebäudereinigung eine Kostenstruktur auf, bei der der überwiegende Teil der Aufwendungen direkt leistungsabhängig ist. Ein betriebswirtschaftliches Beispiel verdeutlicht dies:
Beträgt der Deckungsbeitrag einen Franken, entfallen davon rund
- zirka 70 bis 85 Rappen auf direkt leistungsbezogene Personalkosten
- zirka zwei bis fünf Rappen als weiterer Anteil auf Reinigungsmaterial, Maschinen und Verbrauchsmittel
- ein vergleichsweiser kleiner Restbetrag auf Strukturkosten, Administration und Gewinn
Vor diesem Hintergrund liegt das realistische Potenzial für Preisnachlässe in der Regel im Bereich von fünf bis maximal 15 % – abhängig von Vertragsstruktur, Objektkomplexität und Effizienzgrad. Darüber hinaus gehende Reduktionen greifen unmittelbar in die Leistungserbringung ein.
«Die Konsequenzen sind betriebswirtschaftlich absehbar», sagt Jérôme Gaberell. «Was kurzfristig als Einsparung erscheint, kann mittelfristig zu Qualitätsverlust, höherem Koordinationsaufwand und steigenden indirekten Kosten führen. In einer Branche mit strukturell niedriger Nettomarge sind aggressive Preisstrategien kaum nachhaltig finanzierbar.»
Fazit: Langfristige Partnerschaften entstehen nicht durch maximale Rabatte, sondern durch Transparenz über Kostenstrukturen und realistische Erwartungshaltungen auf beiden Seiten.
4. Reinigung und Black Friday – funktioniert dieser Ansatz?
«Während im Detailhandel Rabatte von 30 oder 50 % als üblich gelten, sieht die Realität im Dienstleistungssektor anders aus. Ein Rabatt von 10 % ist in der professionellen Reinigung bereits signifikant», erklärt Jérôme Gaberell. Warum?
• Dienstleistungen sind personalintensiv
• Es gibt kaum Skaleneffekte wie in der sogenannten Massenproduktion
• Die Qualität hängt unmittelbar vom Arbeitseinsatz ab
Die Wahrnehmung, dass «Bruttopreise tendenziell zu hoch» sind, entsteht häufig durch die mangelnde Transparenz über Kostenstrukturen. Tatsächlich bewegen sich viele Anbieter bereits am unteren Rand der wirtschaftlichen Tragfähigkeit.
5. Schweizer Qualität: Ein Wettbewerbsvorteil mit Verantwortung
Hohe Qualität in der Reinigungsbranche bedeutet Verantwortung, faire Arbeitsbedingungen, qualifiziertes Personal und nachhaltigen Ressourceneinsatz statt reiner Preisorientierung. Qualitätsorientierte Reinigungsunternehmen wie BFS investieren in Ausbildung, Sicherheitsstandards, Prozesskontrollen und transparente Dokumentation. Diese Faktoren verursachen Kosten – sichern jedoch langfristig Stabilität, Verlässlichkeit und Werterhalt.
«Gerade im Spannungsfeld zwischen Preisdruck und steigenden Anforderungen zeigt sich, dass Qualität nicht beliebig reduzierbar ist. Wer Schweizer Standards erfüllen will, muss strukturiert arbeiten, qualifiziertes Personal beschäftigen und gesetzliche Rahmenbedingungen konsequent einhalten. Dies schafft Vertrauen bei Auftraggebern und Nutzern, reduziert Haftungsrisiken und sorgt für nachhaltige Gebäudepflege», legt Jérôme Gaberell dar.
Die zentrale Frage lautet daher nicht nur: «Was kostet Sauberkeit?» Sondern vielmehr: «Was kostet mangelhafte Reinigung langfristig?»
Unser Fazit: Qualität hat seinen Preis
«Der Preiskampf ist real, doch das Einsparpotenzial in der Reinigung bleibt begrenzt. Nachhaltige Lösungen entstehen nicht durch Rabatte, sondern durch transparente Analysen, partnerschaftliche Verträge sowie strukturierte Intervallreinigung. Eine hohe Qualität und Wirtschaftlichkeit sind vereinbar. Aber nur, wenn Leistung und Werterhalt ganzheitlich betrachtet werden», sagt Jérôme Gaberell.
Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Analyse Ihrer aktuellen Reinigungslösung.
Quelle:
Aktuelle Lünendonk-Studie, Facility Service in der Schweiz

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