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Mythen in der Reinigung: Was wirklich sauber macht
In der Gebäudereinigung geistern zahllose Mythen umher. Trotz technologischer Fortschritte, Schulungen und zunehmender Digitalisierung verbreiten sich im Netz weiterhin Fehlinformationen, die letztlich zu ineffizienten Arbeitsabläufen, höheren Kosten und sogar zu Schäden führen.
Viele dieser Mythen sind längst überholt, halten sich aber dennoch hartnäckig.
Essig gilt als umweltfreundliche Wunderwaffe – und tatsächlich löst er Kalk zuverlässig. Doch er ist längst nicht für alle Oberflächen geeignet. Auf empfindlichen Materialien wie Naturstein, Marmor oder Granit kann Essig irreparable Schäden anrichten: Die Säure greift die Oberfläche an und hinterlässt matte, raue Stellen. Auch Silikonfugen und Gummidichtungen verlieren durch häufige Reinigung ihre Elastizität. Selbst bei Armaturen mit Chrombeschichtung kann Essig langfristig zu Glanzverlust führen.
Mythos 2: Viel hilft viel
«Einer der ältesten und zugleich falschen Mythen lautet: Je mehr Reinigungsmittel, desto sauberer», unterstreicht Jérôme Gaberell, Verwaltungsratspräsident der Reinigungsfirma BFS Gebäude Service: «In Tat und Wahrheit ist das Gegenteil der Fall.» In der fachgerechten Gebäudereinigung führen Überdosierungen von Reinigungsmitteln zu zahlreichen Problemen:
- Rückstände auf Oberflächen: Zu viel Reinigungsmittel hinterlässt klebrige Filme, die Schmutz anziehen und die Flächen schneller wieder verschmutzen.
- Materialschäden: Besonders bei empfindlichen Böden oder Beschichtungen können überkonzentrierte Mittel Oberflächen angreifen.
- Umweltbelastung: Überschüssige Chemikalien gelangen ins Abwasser – mit Folgen für Umwelt und Betriebskosten.
- Arbeits- und Gesundheitsschutz: Übermässige Konzentrationen können die Atemwege oder Haut der Reinigungskräfte reizen.
Professionelle Reinigungsunternehmen wie BFS setzen daher auf präzise Dosiersysteme oder vordosierte Produkte, um genau die Menge einzusetzen, die für eine effektive Reinigung erforderlich ist. «Mehr» ist hier definitiv nicht «besser». Häufig reichen sogar Wasser und ein Mikrofasertuch.
Jérôme Gaberell, Verwaltungsratspräsident von BFS Gebäude Service
Mythos 3: Wenn es gut riecht, ist es sauber
Sauberkeit hat keinen Geruch; dennoch verbinden viele Menschen Sauberkeit mit intensiven Duftnoten. Das führt in der Praxis oft dazu, dass stark parfümierte Reinigungsmittel bevorzugt werden. Doch ein angenehmer Duft sagt nichts über die tatsächliche Reinigungsleistung aus. Problematisch ist dieser Mythos vor allem aus folgenden Gründen:
- Geruchsüberdeckung statt Schmutzentfernung: Der Schmutz kann weiter vorhanden sein, auch wenn es frisch riecht.
- Allergie- und Reizpotenzial: Duftstoffe können bei Mitarbeitenden oder Gebäudenutzern zu Kopfschmerzen, Haut- oder Atemwegsreizungen führen.
- Unnötige Zusatzstoffe: Duftkomponenten haben keine reinigende Wirkung – sie erhöhen aber die Umweltbelastung.
- Gründlichere Reinigung: Von Zeit zu Zeit sollten Böden mechanisch mit einer Maschine gereinigt werden, da sie effektiver zu Werke gehen als ein gewöhnlicher Wischmopp.
Moderne Reinigungsstandards in der Gebäude- und Büroreinigung setzen zunehmend auf duftneutrale oder hypoallergene Produkte. Entscheidend ist die visuelle und hygienische Sauberkeit, nicht die olfaktorische Täuschung.
Mythos 4: Holz verträgt Wasser problemlos
Holz ist ein Naturmaterial, das auf Feuchtigkeit sehr empfindlich reagiert. Viele glauben, man könne Holzmöbel oder Parkett einfach mit einem nassen Lappen abwischen. Doch Wasser dringt in die Poren ein, lässt das Holz aufquellen und verursacht unschöne Flecken oder Risse. Stattdessen sollte man immer nur leicht feucht wischen (nebelfeucht) und überschüssige Flüssigkeit rasch abtrocknen. «Für Holzoberflächen eignen sich Schmierseife für die regelmässige Reinigung und spezielle Pflegeöle oder Wachse, die das Material schützen und seine natürliche Schönheit bewahren», weiss Jérôme Gaberell.
Mythos 5: Glasreinigung geht am besten bei Sonnenlicht
Ein weit verbreiteter Irrglaube: Glas und Fenster sollten bei Sonnenlicht gereinigt werden, damit man gut sieht, wo es noch Flecken gibt. In der Praxis führt das allerdings zu Streifenbildung und Schlieren, weil das Wasser zu schnell verdunstet.
Professionelle Glasreiniger wissen:
- Ideale Bedingungen herrschen bei bewölktem Himmel und milden Temperaturen.
- Osmosewasser (entmineralisiertes Wasser) verhindert Rückstände und sorgt für streifenfreie Ergebnisse, ganz ohne Chemie.
Bei der Fassadenreinigung setzt die Reinigungsfirma BFS Gebäude Service auf Osmosewasser und Teleskop-Systeme.
Der Sinnersche Kreis ist der grundlegende Ansatz der Reinigungstheorie
Der Sinnersche Kreis bildet die Grundlage für die Reinigungs- und Waschtheorie. Er beschreibt die vier Faktoren, die das Reinigungsergebnis bestimmen: Chemie (Reinigungsmittel), Mechanik (Kraft, Bürsten, Reiben), Zeit (Einwirkzeit) und Temperatur. Alle vier wirken zusammen und können sich gegenseitig teilweise ersetzen. Wird ein Faktor reduziert, muss ein anderer erhöht werden, um die gleiche Reinigungsleistung zu erreichen. Das Modell zeigt, dass Reinigung ein physikalisch-chemischer Prozess und kein Zufall ist. Es wird bis heute als Grundmodell für die professionelle Reinigungsplanung und -optimierung verwendet.
Der pH-Wert eines Reinigungsmittels ist entscheidend, weil er bestimmt, wie effektiv Verschmutzungen gelöst werden und zugleich, wie empfindlich eine Oberfläche auf saure oder alkalische Einwirkungen reagiert. Zwei Beispiele: Für verkalkte Badeplättchen verwendet man ein Reinigungsmittel mit einem pH-Wert von < 7 (Säure), beispielsweise haben starke Sanitärreiniger einen pH-Wert von 0-1. Für fettige Kochplatten eignet sich im Gegenzug ein alkalisches Reinigungsmittel (pH-Wert > 7).
Fazit: Weniger ist oft mehr
Effizientes Putzen braucht kein Arsenal an aggressiven Substanzen. Ausschlaggebend ist, das richtige Mittel in der richtigen Dosierung für die passende Oberfläche zu verwenden. Wer mit Bedacht reinigt, schont nicht nur seine Gebäudeeinrichtung, sondern auch die Umwelt – und spart nebenbei Zeit und Geld.
Können wir Ihnen helfen, um Ihre Mythen loszuwerden? Nehmen Sie noch heute Kontakt mit uns auf.

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